openesrs

Die offene Methodik-Schicht für ESRS-Berichterstattung.

 IM AUFBAU · PILOTPARTNER-GESPRÄCHE AB JUNI 2026

Was passiert gerade

Das Marktbild

ie CSRD hat in 18 Monaten zwei dramatische Bewegungen durchlaufen. Vom ursprünglichen Anwendungsbereich von rund 50.000 EU-Unternehmen schrumpfte der Pflichtkreis nach der Trilog-Einigung vom 16. Dezember 2025 auf rund 5.000 Unternehmen – eine Reduktion um etwa 90 Prozent. [1]

Parallel überarbeitete die EFRAG die European Sustainability Reporting Standards selbst und übergab der EU-Kommission am 3. Dezember 2025 eine Version mit 61 Prozent weniger verpflichtenden Datenpunkten. [2] Die Standards bleiben anspruchsvoll, werden aber praktikabler.

Auf dem Papier ist das Spielfeld schmaler geworden. Faktisch ist die Nachfrage nach ESRS-konformer Berichterstattung nicht verschwunden, sondern verlagert: in die Lieferketten der berichtspflichtigen Konzerne, in freiwillige VSME-Berichterstattung als Wettbewerbsvorteil, und in das Compliance-Anforderungsprofil von Banken und Kapitalmarkt-Akteuren. [3] Das eigentliche Spielfeld ist breiter als die Pflichtigen-Liste suggeriert, aber heterogener und kleinteiliger.

Wo die Lücke liegt

Die Lücke

n dieser Lage geraten klassisch operierende Beratungsboutiquen unter Druck. Der deutsche Consultingmarkt zählt rund 26.650 Beratungsunternehmen. Etwa 175 davon erwirtschaften jeweils über 50 Millionen Euro Jahresumsatz und teilen sich rund 45 Prozent des Marktes. Demgegenüber stehen rund 3.500 mittelgroße Häuser mit Umsätzen zwischen einer und 50 Millionen Euro sowie etwa 22.700 kleine Marktteilnehmer. [4]

Diese mittelgroßen und kleineren Häuser haben das Vertrauen ihrer Mandanten, die Strategie- und Transformationskompetenz, und oft die WP-Anbindung. Was ihnen fehlt, ist die technische und regulatorische Compliance-Infrastruktur, um ESRS-konforme Berichterstattung wirtschaftlich auszuliefern. Big Four bauen diese Infrastruktur in-house. ESG-Software- Suites bieten sie als Lock-in-Plattformen an. Boutique-Beratungen können sich weder das eine noch das andere leisten.

Wo der Boden wegbricht

Der unsichtbare Boden

SRS S1 – der Standard für die eigene Belegschaft – verlangt Belegschaftsdaten in einer Konsistenz, Granularität und Audit-Festigkeit, die in den wenigsten Unternehmen heute vorliegt. People Analytics ist in deutschen Unternehmen weitgehend im Aufbau, selten im strategischen Betrieb: Nur etwa die Hälfte der mittelgroßen bis großen Unternehmen (300 oder mehr Mitarbeitende) nutzt People Analytics systematisch, bei kleineren Unternehmen ist die Verbreitung deutlich geringer. [5] Wer keine saubere Datenarchitektur hat, hat auch keinen ESRS-S1-Bericht.

Was wir liefern

Unsere Antwort

OpenESRS schließt diese Lücke. Wir bauen die technische und regulatorische Compliance-Schicht, die Boutique-Beratungen brauchen, aber keine einzeln wirtschaftlich aufbauen kann – und wir liefern sie als offene, tool-agnostische, EU-souveräne Infrastruktur.

„Wir verkaufen nicht an Ihre Mandanten"

Das ist nicht „Strategie für die nächsten 12 Monate", sondern strukturelle Selbstbeschränkung – verankert in unseren Partnerverträgen. Big Four können dieses Versprechen nicht glaubwürdig geben. ESG-Suites wollen es nicht geben.

Tool-agnostisch in beide Richtungen

Eingangsseitig konnektieren wir zu den HRIS- und ERP-Stacks, die Mandanten bereits einsetzen – Personio, SAP SuccessFactors, P&I Loga und weitere. Ausgangsseitig liefern wir Daten und Berichte über offene Schnittstellen: PostgreSQL, REST/GraphQL-API, Excel, Standard-BI-Tools. Boutiquen und ihre Mandanten behalten die Kontrolle über ihren Datenstack.

Open Source und EU-souverän

Die ESRS-Datenpunkt-Spezifikation ist als Open-Source-Repository öffentlich auf Codeberg verfügbar – einem Non-Profit-Hoster mit Sitz in Berlin. Wirtschaftsprüfer können jede Berechnung einsehen. Boutiquen können bei Bedarf forken oder selbst hosten. Die Plattform-Abhängigkeit ist minimal.

Plattform, nicht Tool

Der Datenpunkt-Definitions-Layer ist von Tag 1 standard-agnostisch entworfen. Wir starten mit S1, aber das Operating Model trägt E1, S2, G1 und folgende ohne Refactoring.

Wie es technisch funktioniert

Architektur

OpenESRS-Spec ist das Herzstück: ein öffentliches Repository, in dem jeder ESRS-Datenpunkt deklarativ definiert ist – mit regulatorischem Kontext, semantischer Definition, Quellsystem-Mappings, Berechnungslogik, Validierungsregeln, Offenlegungs-Templates und Audit-Anforderungen. Lizenz: CC-BY-SA für die Spec, AGPL für den Runtime-Code.

OpenESRS-Runtime transformiert die Spec in lauffähige Artefakte: dbt-Modelle für die Berechnungslogik, API-Schemas für Datenein- und -ausgang, UI-Konfigurationen für die Datenerfassung, Berichts-Templates für die Offenlegung.

Datenschicht. Eine PostgreSQL-basierte, normalisierte Rohdatenschicht. Konnektoren importieren aus HRIS-Systemen (Phase 1: Personio, SAP SuccessFactors, P&I Loga), dbt-Modelle transformieren versioniert in ESRS-konforme KPIs.

OpenESRS Architektur-Schema: Datenfluss von Quellsystemen über Datenschicht und Runtime bis zur Konsumschicht QUELLSYSTEME Personio SAP SuccessFactors P&I Loga DATENSCHICHT Rohdaten · konnektor-importiert PostgreSQL, normalisiert RUNTIME Spec → Transformationen · Validierung KONSUMSCHICHT REST/GraphQL Metabase Excel ESEF/XBRL

Konsumschicht. Bewusst offen: REST/GraphQL-API für beliebige BI- und Reporting-Tools, vorkonfigurierte Metabase-Dashboards als Standard-Frontend, Excel-Export für Controller-Workflows, ESEF/XBRL-Output für den Pflichtbericht.

Die Architektur-Disziplin: Spec definiert, Runtime implementiert. Wir bauen niemals Datenpunkt-Logik direkt in Code, ohne sie vorher in der Spec zu beschreiben. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Plattform skaliert und prüfungsfest bleibt.

# ESRS S1-6 — Beschäftigte nach Vertragstyp
datenpunkt:
  id: s1-6-headcount-contract-type
  typ: quantitativ
  granularität:
    - vertragstyp: [unbefristet, befristet, leiharbeit]
    - beschaeftigung: [vollzeit, teilzeit]
  quellsystem: HRIS
  validierung: sum_by_contract == kopfzahl_gesamt

Für wen wir bauen

Für wen wir bauen

Strategisch operierende Beratungsboutiquen

Mit ESG- oder Nachhaltigkeitsschwerpunkt – oder klarem Aufbauwillen in diesem Feld. Sie haben das Mandanten-Vertrauen und die Strategie-Kompetenz. Wir liefern die technische Schicht, mit der Sie ESRS-Mandate annehmen können, ohne dass jede Boutique die Infrastruktur einzeln aufbaut.

Wirtschaftsprüfer mit ESG-Schwerpunkt

Die zwingen, dass alles audit-fest und transparent ist. Wir liefern eine vollständig einsehbare Spec, in der jede Berechnung und jeder Audit-Trail nachvollziehbar ist – keine Black Box.

Mittelständische Unternehmen

Indirekt über ihre Beratungspartner adressiert. Mit ESRS-Berichtspflicht, freiwilliger VSME-Berichterstattung als Wettbewerbsvorteil, oder Lieferketten-Exposition durch berichtspflichtige Kunden.

Wer hinter OpenESRS steht

Wer hinter OpenESRS steht

OpenESRS gründe ich aus einer Beobachtung, die sich über die Jahre meiner Arbeit an Analytics-Infrastrukturen verdichtet hat. Mein erster Job nach dem Studium liegt 1998, der erste produktive Plattform-Aufbau bald danach. Seitdem habe ich in wechselnden Domänen ähnliche Arbeit gemacht: zunächst im Web-Analytics-Umfeld bei einem spezialisierten Anbieter, dann mit zentraler Plattform-Verantwortung in einem Finanzdienstleistungs-Verbund, seit 2019 als Partner einer auf People- und Recruiting-Analytics spezialisierten Boutique mit Mandaten bei DAX- und MDAX-Konzernen aus Konsumgüter-, Gesundheits-, Handels- und Lebensmittelbranchen.

Was sich in jedem dieser Felder gewandelt hat, war das Domänenwissen. Was konstant blieb, war die methodische Disziplin: heterogene Quellsysteme normalisieren, KPIs mit nachvollziehbarer Lineage versehen, Audit-fähige Transformationspipelines bauen, und am Ende eine Schicht ausliefern, die sowohl Fachleute als auch Prüfer verstehen.

Ich bringe die methodische Wurzel, die HRIS- und People-Analytics-Praxis, und das Verständnis für die Schnittstellen zwischen Tech, Fachbereich, Compliance und Strategie. Die ESRS-Standard-Tiefe selbst baue ich im Projekt mit auf – gemeinsam mit Boutique-Partnern und deren WP-Anbindungen, die diese Tiefe seit Jahren leben.

Wo wir stehen

Wo wir stehen

OpenESRS befindet sich im Aufbau. Die Phasen im Überblick:

Konzept

Mai 2026 — abgeschlossen

Architektur, Spec-Struktur, Trägermodell, erste öffentliche Positionierung.

Prototyp

Mai – Juli 2026

S1-Spec-Skelett mit 5–10 Datenpunkten, erster HRIS-Konnektor (Personio), End-to-End-Demo mit synthetischen Daten.

Design-Partner-Phase

August 2026 – Januar 2027

Gemeinsame Entwicklung mit zwei bis drei Boutique-Beratungen, Härtung der Spec an realen Daten, Co-Delivery der ersten produktiven Berichte.

Standard-Erweiterung

ab Februar 2027

Beginn der E1-Spec-Arbeit, basierend auf der gehärteten Plattform-Architektur.

Was wir jetzt brauchen

Design-Partner gesucht

OpenESRS wächst in den nächsten 12 Monaten gemeinsam mit zwei bis drei Beratungsboutiquen, die die Plattform unter realen Bedingungen einsetzen, ihre Anforderungen einbringen und die Spec mit prägen.

Wir suchen Häuser mit fünf bis dreißig Beraterinnen und Beratern, mit klarem ESG- oder Nachhaltigkeitsschwerpunkt, mindestens einem laufenden oder anstehenden ESRS-Mandat, und idealerweise einer etablierten Anbindung an eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Design-Partner gestalten die Plattform inhaltlich mit, profitieren von intensiver gemeinsamer Produktentwicklung und steigen zu fairen Konditionen in den Produktivbetrieb ein. Konkrete Konditionen besprechen wir bilateral.

Quellen

  1. [1] BBH-Blog (Becker Büttner Held), „Das Europäische Parlament hat am 16. Dezember 2025 die Trilog-Einigung zum Omnibus-Paket bestätigt: Was jetzt?", 16. Januar 2026. „Die Reform reduziert die Anzahl der verpflichteten Unternehmen um ca. 90 % auf europäischer Ebene gegenüber der bisher geltenden CSRD (ca. 5 Tsd. anstelle von 50 Tsd. Unternehmen)." Quelle →
  2. [2] PwC Deutschland Accounting and Reporting Blog, „EFRAG übergibt Entwürfe der überarbeiteten ESRS an die Europäische Kommission", Februar 2026. „Laut EFRAG wurde der Umfang der berichtspflichtigen Angaben im Vergleich zum ESRS Set 1 um 61% reduziert." Quelle →
  3. [3] IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim, „Neuester Stand: EU-Omnibus (CSRD, CSDDD, EUDR)", 2026. „[Kleinere Unternehmen] sollen nur noch freiwillig nach dem VSME berichten können, der als Value Chain Cap dienen soll: Anfragen an diese Unternehmen dürfen die Inhalte des VSME nur in begründeten Fällen übersteigen." Quelle →
  4. [4] Statista / BDU, „Unternehmensberatung in Deutschland – Daten & Fakten", 2023/2025. „Mit einem jeweiligen Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro bestimmen rund 175 Beratungsunternehmen 45 Prozent des deutschen Beratungsmarktes. Insgesamt betrug die Zahl der Beratungsunternehmen im Jahr 2023 in Deutschland rund 26.650 Unternehmen." Quelle →
  5. [5] Factorial People Analytics Report 2025, „Wie Unternehmen von People Analytics profitieren", November 2025. „52% der mittelgroßen bis großen Unternehmen (300+ Mitarbeitende) setzen bereits auf People Analytics. Nachholbedarf besteht noch bei KMUs." Quelle →